zweitonwerk - der Querflötenunterricht

Die Querflöte im Musikunterricht Ein sehr wichtiges Thema des Querflötenunterrichts ist die Tonerzeugung. Wie bei jedem anderen Blasinstrument kann man nur Musik auf der Querflöte spielen, wenn man ihr auch Töne entlocken kann. Die Tonerzeugung liegt nicht so stark auf der Seite des Instrumentes, sondern eher auf der Seite des Spielers. Man drückt nicht einfach nur eine Klappe herunter, und los geht es, es müssen Atmung und der durch die Lippen gebildete Ansatz koordiniert werden. Die modernen Schülerflöten sind allerdings so konzipiert, dass sie leicht ansprechen, und dem Anfänger nicht allzu große Steine in den Weg legen. Hier liegt viel am Feingefühl und Fachwissen des Musiklehrers, ob der Einstieg gut gelingt oder nicht. Ängste erzeugen Anspannung und Verkrampfungen, die der Tonerzeugung auf der Querflöte hinderlich sind. So bin ich als Musiklehrer darauf aus, eben diese Ängste gar nicht erst aufkommen zu lassen, oder möglichst gleich aufzulösen. Und das geht meiner Erfahrung nach besonders gut durch ein fundiertes Wissen über den Aufbau des menschlichen Körpers und seiner Funktionen. Ich versuche als Lehrer dem Schüler möglichst genau zu schildern, was für Muskelbewegungen zur Tonerzeugung nötig sind, und vor allem auch, welche nicht.

Hier gilt wie so oft: Weniger ist mehr!

Viel Anstrengung erzeugt nicht zwangsläufig viel Ton. Eigentlich ist ein Gefühl von Anstrengung für das Flötenspiel, wie bei jeder Form des Musikmachens, unnötig. Es kommt auf das Zusammenspiel vieler Muskeln an, nicht auf die Kraft allein. Die Kraft darf sich nicht in einem Spannungsgefühl äußern, sie muss einfach da sein. Über diese Erkenntnis kann man sehr gut in den Büchern von Moshè Feldenkrais nachlesen!

Ich möchte jeden meiner Schüler an dem Gefühl teilhaben lassen, dass man etwas Kraftvolles, Schönes erschaffen kann, an dem die persönliche Kraft wächst, und nicht erstirbt. Dazu braucht man natürlich Zeit, denn so etwas ist reine Erfahrungs- und Übungssache, die sich aus vielen kleinen Teilerkenntnissen zusammensetzt.

Dazu geht es im Flötenunterricht natürlich auch das Wissen über die Eigenschaften der Musik und der Töne. Denn ohne eine Idee von dem was ich da tue, lassen sich die Kräfte auch nicht richtig dosieren! Im Moment des wohldosierten Musizierens schwingen meiner Ansicht nach menschlicher Körper und menschlicher Geist auf gleiche Weise. Der Körper bewegt sich mit einem Gefühl der Freiheit und dient dem Geist als Werkzeug.

Und um dies beim Schüler überhaupt nur möglich werden zu lassen, darf er natürlich sehr viel mitentscheiden, wie der Unterricht verläuft. Denn niemand als man selbst weiß besser, was sich für sich selbst am besten anfühlt. Ich stehe als Lehrer also immer ganz bewusst in einem Zustand der Beweißnot. Alles was ich behaupte muss vom Schüler sofort auch gefühlt werden können. Das funktioniert allerdings natürlich nur, wenn mir der Schüler genug Vertrauen entgegenbringen kann, sich auf etwas Neues einzulassen.

Ich für meinen Teil würde niemals einen Schüler dazu zwingen, eine Haltung anzunehmen, die ihm unangenehm ist. Jegliche Veränderung in Haltung, Atmung etc. muss eine Verbesserung des Körpergefühls zur Folge haben. Und das muss sich sofort in einer Klangverbesserung oder einer besseren Erkenntnis der musikalischen Strukturen zeigen. Sonst nützt es nichts!

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Musikschule und Keramikstudio