zweitonwerk - der Klarinettenunterricht

Die Klarinette im Musikunterricht Die Klarinette im Musikunterricht ist ein wunderbar flexibles Instrument. Sie ist sowohl für die klassische Literatur geeignet, als auch für den Jazz oder Klezmer. Durch ihren enormen Tonumfang und ihren großen Dynamikumfang sowohl in hohen, als auch in den tiefen Lagen lässt sich doch eine Menge Musik interessant interpretieren. Ich persönlich finde besonders die leisen Töne der Klarinette faszinierend, wobei ich natürlich nie soweit gehen würde zu behaupten, die kräftigeren Töne seien dies nicht. Außerdem ist das natürlich nur meine ganz persönliche Meinung. Gegenüber der Querflöte empfinde ich den Klang als modulationsfähiger, dafür allerdings als nicht so strahlend. Tja, wie immer in unserer Welt haben die Dinge verschiedene Seiten.

Wie jedes Holzblasinstrument, und auch wahrscheinlich jedes Blechblasinstrument, basiert die Tonerzeugung auf einer flexiblen Atemtechnik. Ich sehe die Unterschiede in den Blastechniken für die verschiedenen Blasinstrumente als nicht so groß an. Natürlich erfordert jedes Blasinstrument aufgrund seines tonerzeugenden Mundstückes einen besonderen Ansatz, aber ohne eine gute Atmung im Hintergrund und die so genannte Stütze nützt der beste Ansatz nur bedingt.

Meiner Meinung nach muss die Kraft und die Spannung des Tones aus der Blastechnik erwachsen, der Ansatz dosiert nur das, was schon da ist. Nur mit einem starken Ansatz bekommt man keine vollen, klaren Töne aus einem Blasinstrument heraus.
Die Klarinette braucht für einen edlen Ton schon einigen Blasdruck, allerdings gar nicht so viel Luft. Das ist gar nicht immer so einfach zu regulieren. Wie bei allen anderen Blasinstrumenten auch, darf man die erforderliche Spannung nicht als Muskelspannung wahrnehmen. Die Kraft muss einfach da sein!

Auch hier gilt: Viel Anstrengung erzeugt nicht zwangsläufig viel Ton.

Lesen Sie dazu auch den Artikel über denQuerflötenunterricht!

Mein Klarinettenunterricht versucht natürlich, wie jeder andere Instrumentalunterricht, die Hörgewohnheiten und Vorlieben des Schülers zu berücksichtigen. Nur weil dieser oder jener Musikstil auf der Klarinette gespielt wurde und wird, ist man auf diese beschränkt. Mittlerweile ähneln sich die Instrumentalschulwerke in ihrer Stückauswahl doch sehr stark. Man findet in ihnen immer wieder dieselben Stücke, sei es nun eine Klavierschule, eine Querflötenschule oder ein Klarinettenschulwerk. Es scheint also bestimmte Musikstücke zu geben, die in unserer Erlebenswelt verstärkt vorkommen. Wie ich allerdings in meiner doch nun schon einige Jahre dauernden Unterrichtstätigkeit feststellen konnte, verändert sich diese Erlebniswelt doch sehr stark. Bei Kindern sind z.B. durch bestimmte Filme oder Computerspiele wieder Stücke bekannt, die vorher scheinbar verschollen waren. Plötzlich fragen Kinder nach dem da,da,da,daa aus Beethovens 5. Sinfonie! Das ist für mich als Lehrer eigentlich die anspruchsvollste und arbeitsintensivste Aufgabe, immer über den Kontakt zum Schüler die Spielliteratur zu anzubieten und im Zweifelsfall zu besorgen, die der Erlebniswelt des Schülers ebenso entspricht, wie auch der Schwierigkeitsgrad des Stückes dem der Fähigkeiten des Schülers. Da muss oft etwas umgeschrieben, arrangiert und / oder besorgt werden.

Funktionieren kann dies nur, wenn Lehrer und Schüler einen guten Kontakt und eine ausreichend gute Kommunikation miteinander haben. Ohne Austausch über die Erfahrungswelten der beiden Seiten, kann keine Übereinstimmung entstehen!

Die Frage ist: Muss man Stück X spielen, nur weil es zum Standardrepertoire für ein bestimmtes Instrument gehört?

Wenn man Profimusiker werden oder sein will muss man für eine Aufnahmeprüfung natürlich ein bestimmtes Repertoire nachweisen, aber man nehme nur einmal die Klavierliteratur. Wer kann von sich behaupten, die gesamte Klavierliteratur gespielt zu haben? Es ist eine Frage der Zielsetzung, wieweit man ein Standardrepertoire im Unterricht spielen muss. Im Anfangsunterricht kommt es meiner Meinung nach allein auf die motivierende Funktion der Stückauswahl an. Die Stücke müssen den Schüler auf irgendeine Weise ansprechen, sei es nun intellektuell, gefühlsmäßig oder wie auch immer

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Musikschule und Keramikstudio